

Im Original leider nicht auffindbar liegt dem Stadtarchiv die Neubeurkundung des Privilegs aus dem Jahre 1699 vor, beglaubigt von keinem Geringeren als Friedrich August I., genannt August der Starke.
Über die folgende Zeit des 18. Jahrhunderts ist sehr wenig bekannt. Anscheinend sind viele Unterlagen durch den Stadtbrand von 1813 vernichtet worden. 1799 besaß die Apotheke Doktor Gottlieb Eberhard Kohlheim, Arzt und Apotheker, der trotz beider Berufe große wirtschaftliche Sorgen hatte. Daraufhin verbot im Jahre 1800 der Stadtrat bei 20 Talern Strafe die Konkurrenz durch Quacksalber und Hausierer.
Am 12. Mai 1813 brannte auch die Apotheke bis auf die Grundmauern nieder.
Leuthold, der 1842 starb, und seine Söhne betrieben die Apotheke noch bis 1865 und verkauften sie an Apotheker Oskar Volkmann. 30 Jahre lang wirkte dieser in der Apotheke, gestaltete sie um und richtete sie neu ein. Durch seinen Sohn Hans, nach dem eine Straße in Bischofswerda benannt ist, bleibt der Name Volkmann unvergessen.
Auch Apotheker und Chemiker Theodor Canzler, der die Stadt-Apotheke ab 1930 in Pacht, ab 1939 im Privatbesitz betrieb, führte bauliche Veränderungen durch.
So erweiterte er die Apothekenräume um ein modernes Labor, baute am Hintergebäude und Schuppen und installierte bereits damals ein modernes Wasserklosett.
Nach dem 2. Weltkrieg brachen andere Zeiten an. Apotheker Alois Bauer wurde kommissarisch eingesetzt und die Apotheke Ende 1949, wie die Mehrzahl der Apotheken in der DDR, verstaatlicht.
Seit 1950 leitete Apotheker Franz Uhlenhof die Stadt-Apotheke, ab 1952 übte er auch die Funktion des Kreisapothekers im neuen Landkreis Bischofswerda aus.
In den Jahren 1967 bis 1968 wurde die Apotheke von Apothekerin Rosemarie Gutsche und bis 1969 von ihrem Mann Dr. Karl Gutsche geleitet.
Apothekerin Renate Uhlenhof, übernahm die Leitung der Stadt-Apotheke im Jahre 1969.
Unter den schwierigen Bedingungen der Mangel-wirtschaft gelang es all die Jahre, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und die Apotheke 1979/80 auch komplett umzubauen.
In den Obergeschossen waren jahrelang auch andere Bereiche wie die Abt. Labordiagnostika-Versorgung, die Abt. Versorgungs-Organisation und Teile der Rezeptabrechnung untergebracht.
Seit 01.10.1990 wird die Stadt Apotheke Bischofswerda durch Apotheker Johannes Rainer Klotsche wieder in privatwirt-schaftlichem Betrieb geführt.
In den 90er Jahren erhielt das Apothekengebäude in seinem Inneren ein ganz neues Gesicht.
Moderne Apothekenräume entstanden ebenso wie drei Wohnungen in den Oberge-schossen. Der Apothekenhof wurde entkernt und neu gestaltet. Zum „Tag der offenen Hinterhöfe“ kann er alljährlich besichtigt werden.